Ein Marktausblick des Bundesverband Schwimmbad & Wellness e.V
Der Markt für private Schwimmbäder entwickelt sich weiter dynamisch – und längst geht es dabei nicht mehr nur um Luxus. Der eigene Pool steht heute für Lebensqualität, Gesundheit, Individualität und ein Stück Unabhängigkeit in einer Welt, die von Hektik, Krisen und permanenter Erreichbarkeit geprägt ist.
Der Garten wird zum persönlichen Rückzugsort, zur Urlaubsdestination vor der Haustür und zum Treffpunkt für Familie und Freunde. Hier genießt man analog und gönnt sich eine digitale Pause. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen der Verbraucher. Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, intelligente Technik und flexible Nutzungsmöglichkeiten gewinnen immer mehr an Bedeutung. Die Schwimmbadbranche reagiert darauf mit innovativen Lösungen und zeigt, dass moderner Poolbau längst weit mehr ist als „Wasser im Garten“.
Wirtschaftsfaktor Schwimmbadbranche
Die Schwimmbad- und Wellnessbranche ist nicht nur ein Lifestyle-Markt, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftszweig. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von Herstellern über Fachhändler bis hin zu spezialisierten Schwimmbadbaufachunternehmen – sorgen insbesondere kleine und mittelständische (Familien)Unternehmen für Beschäftigung, Innovation und regionale Wertschöpfung.
Auch volkswirtschaftlich zeigt sich die Bedeutung der Branche. Investitionen in private Pools und Wellnessanlagen fließen direkt in das Handwerk, den Mittelstand und die Bauwirtschaft. Schwimmbäder schaffen Arbeitsplätze in Planung, Bau, Technik, Wartung und Service – und stärken zahlreiche angrenzende Branchen wie den Garten- und Landschaftsbau oder die Smart-Home-Technologie.

Pool im Garten – das neue Ferienparadies
Die Sehnsucht nach dem eigenen Wohlfühlort ist ungebrochen. Begriffe wie „Homing“, „Cocooning“ oder „Hygge“ beschreiben seit Jahren den Wunsch, das Zuhause schöner, komfortabler und emotionaler zu gestalten.
Besonders in wirtschaftlich und gesellschaftlich bewegten Zeiten gewinnt dieser Trend an Bedeutung. Ein privater Pool erfüllt dabei viele Funktionen gleichzeitig: Er ist Sportstätte, Wellnessoase, Kinderparadies, Treffpunkt und Ruhepol. Während die Welt immer schneller wird, schafft das Wasser einen Ort der Entschleunigung. Der Urlaub beginnt heute oft direkt hinter der Terrassentür an der „Südsee daheim“ – ohne Flugstress, Kofferpacken oder lange Anreise.


Nachhaltigkeit: Genuss ohne schlechtes Gewissen
Der Wunsch nach Entspannung geht Hand in Hand mit einem gestiegenen Umweltbewusstsein. Nachhaltigkeit ist deshalb eines der wichtigsten Themen der Schwimmbadbranche geworden.
Moderne Pools haben mit den energieintensiven Anlagen früherer Jahrzehnte nichts mehr gemeinsam. In diesem Zusammenhang sei unter anderem die Schwimmbadabdeckung genannt. Sie reduziert Wärmeverluste erheblich und kann den Energiebedarf eines Pools um bis zu 80 Prozent senken. Gleichzeitig verringert sie die Wasserverdunstung deutlich. Wer auf eine Abdeckung verzichtet, verliert nicht nur Energie, sondern verursacht unnötige CO₂-Emissionen. Die große Mehrheit der privaten Pools in Deutschland verfügt deshalb über ein Cover.
Auch bei der Wärmeerzeugung setzt die Branche auf effiziente Systeme wie Wärmepumpen, Solarabsorber oder die Kombination mit Photovoltaikanlagen. Viele Pools werden intelligent vernetzt betrieben und automatisch so gesteuert, dass Energie nur dann eingesetzt wird, wenn sie tatsächlich benötigt wird. Hinzu kommen langlebige und recyclebare Materialien sowie moderne Pumpen- und Filtersysteme mit reduziertem Stromverbrauch. Seit Ende 2022 sorgt zudem die europäische Norm DIN EN 17645 erstmals für eine energetische Klassifizierung privater Pools – vergleichbar mit bekannten Energieeffizienzklassen anderer Produkte.

Wasser sparen durch moderne Technik
Auch beim Thema Wasser zeigt sich die Branche innovativ. Entgegen vieler Vorurteile wird das Wasser moderner Privatpools nicht ständig ausgetauscht.
Professionelle Wasseraufbereitungssysteme stellen sicher, dass das Beckenwasser oft mehrere Jahre genutzt werden kann. Automatische Mess-, Filter- und Dosieranlagen gewährleisten eine konstant hohe Wasserqualität bei gleichzeitig reduziertem Verbrauch von Wasserpflegemitteln. Schwimmbadabdeckungen helfen zusätzlich, Verdunstung zu minimieren und damit Wasser einzusparen.
Zudem wächst das Interesse an nachhaltigen Konzepten wie der Nutzung von Regenwasser oder intelligenten Wasserkreislaufsystemen. Ressourcenschonung wird zunehmend zum festen Bestandteil moderner Poolplanung.
Gesundheit und Wohlbefinden gewinnen an Bedeutung
Das ausgeprägte Gesundheitsbewusstsein ist heute eines der stärksten Wachstumstreiber der Branche. Der private Pool wird immer mehr als Ort für Fitness, Prävention und Regeneration genutzt.
Schwimmen gilt als eine der gesündesten Sportarten überhaupt: gelenkschonend, effektiv und für nahezu alle Altersgruppen geeignet.
Poolbesitzer integrieren gezielt Trainingsmöglichkeiten wie Gegenstromanlagen, Aquafitness-Zubehör oder Unterwasser-Fitnessgeräte. Auch Wellnessfunktionen wie Massagedüsen, Luftsprudler oder Schwallduschen gewinnen an Bedeutung. Hinzu kommt ein gestiegenes Hygienebewusstsein.
Moderne Wasseraufbereitungssysteme gewährleisten eine hohe Wasserqualität und zuverlässigen Schutz vor Keimen und Bakterien. Verbraucher schätzen dabei insbesondere die Möglichkeit, Hygiene und Nutzung im privaten Umfeld selbst kontrollieren zu können.

Individualisierung statt Standard
Der Wunsch nach Individualität prägt den Markt. Pools müssen nicht „von der Stange“ gekauft werden, sondern sie können individuell geplant und exakt auf Architektur, Gartengröße und Lebensstil abgestimmt werden.
Minimalistisches Design, klare Linien und Naturfarben liegen besonders im Trend. Wasserflächen verschmelzen zunehmend mit moderner Gartenarchitektur und hochwertigem Outdoor-Living. Beleuchtungskonzepte verbinden Unterwasserscheinwerfer mit Lichtinseln im Garten und schaffen atmosphärische Gesamterlebnisse.
Gleichzeitig entstehen immer mehr maßgeschneiderte Lösungen für kleinere Grundstücke. Urbanisierung und steigende Grundstückspreise führen dazu, dass kompakte Pools, Minipools und Swim-Spas stark im Kommen sind. Selbst auf wenig Fläche lassen sich mittlerweile hochwertige Wellness- und Fitnessbereiche realisieren.
Besonders gefragt sind in diesem Zusammenhang multifunktionale Lösungen: verschiebbare Terrassen über dem Pool, kombinierte Sitz- und Wasserlandschaften oder kompakte Becken mit Gegenstromtechnik und Massagefunktionen.

Digitalisierung macht Pools intelligenter
Der moderne Pool ist smart. Viele Anlagen lassen sich vollständig per Smartphone oder Tablet steuern.
Temperatur, Beleuchtung, Wasserpflege oder Abdeckung können automatisiert geregelt werden. Reinigungsroboter übernehmen die Beckenpflege selbstständig, intelligente Sensoren überwachen permanent die Wasserqualität, und digitale Steuerungssysteme optimieren den Energieverbrauch.
Dennoch ersetzt Digitalisierung nicht den Menschen. Im Gegenteil: Der Wunsch nach professionellem Service wächst. Wartungsverträge, Fernüberwachung und individuelle Betreuung durch Schwimmbadbaufachunternehmen sind gefragt. Gleichzeitig steigt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften in der Branche.

Der Pool als Wertanlage
Neben emotionalen und gesundheitlichen Aspekten spielt auch die wirtschaftliche Komponente eine Rolle. Immobilien mit hochwertiger Pool- und Wellnessanlage gelten vielfach als attraktiver und wertstabiler.
Ein Immobilienportal hat mal ausgerechnet, dass ein Swimmingpool den Wert einer Immobilie deutlich – durchschnittlich um rund 13 Prozent – steigern kann. Der Pool wird damit nicht nur zur Investition in Lebensqualität, sondern auch in die eigene Immobilie.
Gerade in Zeiten von Inflation, wirtschaftlicher Unsicherheit und volatilen Kapitalmärkten betrachten Verbraucher Investitionen in Haus und Garten als langfristig stabile Anlageform mit zusätzlicher „Gesundheitsrendite“.
Der Garten wird zum erweiterten Wohnraum
Parallel zum Poolbau verändert sich auch die Gartengestaltung insgesamt. Der Außenbereich entwickelt sich zum „grünen Wohnzimmer“.
Pools werden dabei als Teil eines ganzheitlichen Lebensraums geplant. Outdoor-Küchen, Lounge-Möbel, Feuerstellen, stilvolle Sonnenschutzsysteme, Außenduschen und hochwertige Bepflanzung ergänzen die Wasserfläche zu einem harmonischen Gesamtkonzept. Naturverbundenheit, Ruhe und Aufenthaltsqualität stehen dabei im Mittelpunkt.
Markt mit weiterem Wachstumspotenzial
Der Markt für private Schwimmbäder bietet weiterhin großes Entwicklungspotenzial. In Deutschland existieren derzeit rund zwei Millionen private Pools. Dem gegenüber stehen etwa 18 Millionen Eigenheime – und damit XNUMX Millionen potenzielle Gärten, die noch zur privaten Wellnessoase werden könnten.
Auch bei der Nachrüstung ist noch „Luft nach oben“. Obwohl laut bsw-Marktstudie beispielsweise „Entspannung“ und Spaß“ die bevorzugten Nutzungszwecke sind, haben über 36 Prozent der Becken keinerlei Zusatzausstattung. Darüber hinaus ist der Sanierungsmarkt nicht zu unterschätzen. Immerhin haben fast 28 Prozent der Poolbesitzer Um- oder Ausbaupläne.
Und Geld ist vorhanden. Das Privatvermögen der Haushalte in Deutschland beträgt derzeit rund 10 Billionen Euro. Zusätzlich ist die Sparquote mit 10.4 Prozent hierzulande überdurchschnittlich hoch.
Die Branche erhält zusätzlich Rückenwind von mehreren langfristigen Trends gleichzeitig: dem Wunsch nach mehr Lebensqualität zuhause, dem wachsenden Gesundheitsbewusstsein, der steigenden Bedeutung von Outdoor-Living, dem technologischen Fortschritt sowie dem Bedürfnis nach Individualität und Sicherheit.
Hinzu kommt der demografische Wandel. Eine älter werdende Gesellschaft achtet stärker auf gesundheitsfördernde Freizeitangebote und barrierearme Wellnesslösungen. Gleichzeitig wächst bei jüngeren Zielgruppen die Bedeutung von Work-Life-Balance und hochwertiger Freizeitgestaltung zuhause.
Auch klimatische Entwicklungen beeinflussen den Markt. Längere Sommerperioden und steigende Temperaturen erhöhen die Attraktivität privater Wasserflächen zusätzlich. Und wer weiß in krisenbehafteten Zeiten schon, ob die nächste Reise überhaupt stattfinden kann? Da hat man sein Urlaubsparadies doch besser direkt vor der Haustür.
