Klares Wasser, kein Chlorgeruch, umgeben von Seerosen und Schilf, wo man eher eine Libelle als einen aufblasbaren Schwimmring entdeckt. Vor zehn Jahren galt diese Art von Pool als skurrile Wahl für eine Handvoll überzeugter Anhänger, die bereit waren, Komfort dem Umweltschutz zuliebe zu opfern. Heute erfreuen sich Naturpools großer Beliebtheit, und die aktuelle Situation trägt sicherlich dazu bei.
Ein System, das alles den lebenden Organismen verdankt.
Offiziell als künstliches Badegebiet eingestuft, verzichtet das Naturbad gänzlich auf chemische Aufbereitung. Es basiert auf drei eng miteinander verbundenen Zonen. Der Schwimmbereich grenzt an eine Regenerationszone, in der Wasserpflanzen und Mikroorganismen das Wasser reinigen. Gelegentlich sorgt ein kleiner Wasserfall für die Sauerstoffanreicherung.
Das Ergebnis ist chlor- und salzfreies Wasser, das sanfter zu Haut und Augen ist und von vielen Besitzern spontan mit einem Gebirgsbach verglichen wird. Rund um den Pool entsteht ein kleines Ökosystem mit Pflanzen und gelegentlich ein paar Fröschen oder Libellen – ein deutlicher Kontrast zum sterilen Bild, das man leider immer noch allzu oft mit dem traditionellen Pool verbindet.

Warum jetzt und nicht früher?
Mehrere Faktoren erklären, warum dieser Trend, der lange Zeit nur am Rande existierte, nun endlich an Fahrt gewinnt. Der erste Faktor ist, wenig überraschend, das Wasser selbst. Angesichts der jährlich zunehmenden Sommerbeschränkungen und des wachsenden Bewusstseins für Wasser als wertvolle Ressource suchen immer mehr potenzielle Hausbesitzer nach Lösungen, die ihren Bedarf an Chemikalien und aufwändiger technischer Wartung reduzieren.
Dann stellt sich die Frage nach der täglichen Pflege. Sobald sich das Ökosystem stabilisiert hat, benötigt es in der Regel weniger Eingriffe als ein herkömmlicher Pool, wo die Kontrolle von pH-Wert und Chlorgehalt schnell zur ständigen Pflicht wird. Nicht zu vergessen ist auch der ästhetische Reiz. Ein Naturpool fügt sich harmonisch in den Garten ein, anstatt ihn zu dominieren – ganz anders als das große blaue Rechteck mit Pflastersteinen, das lange Zeit das französische Bild eines Schwimmbads prägte.

Was Kunden hören müssen, bevor sie sich hinreißen lassen
Den Traum vom eigenen Pool zu verkaufen ist das eine, aber ein guter Profi weiß auch, wie man die richtigen Grenzen setzt, bevor der Kunde den Vertrag unterschreibt. Das Budget steht an erster Stelle und liegt deutlich über dem eines vergleichbar großen herkömmlichen Pools – in der Regel zwischen 30.000 und 35.000 Euro –, was vor allem an der komplexeren Dimensionierung der biologischen Filteranlage und den damit verbundenen Landschaftsarbeiten liegt.
Auch die Zeit spielt eine Rolle. Anders als ein herkömmlicher Pool, der sofort nach Bauabschluss genutzt werden kann, benötigt ein Naturpool mehrere Wochen, manchmal sogar länger, um sein biologisches Gleichgewicht wiederherzustellen. Daher ist eine intensive Betreuung notwendig, da der Kunde sonst wahrscheinlich schon in der ersten Woche besorgt anruft, weil das Wasser etwas trüb aussieht.
Auch die Temperatur spielt eine wichtige Rolle. Steigt das Wasser über 27 Grad Celsius, vermehren sich Algen und Mikroorganismen rasant, was das Gleichgewicht des Systems erheblich stört. Kurz gesagt: Ein Naturpool ist wahrscheinlich nicht die beste Wahl für Kunden, die sich von 30 Grad warmem Wasser den ganzen Tag wünschen. Dasselbe gilt für intensive Nutzung: Viele Schwimmer oder Kinder wirbeln ständig den Boden auf und bringen so mehr organische Stoffe in das System, als es problemlos verarbeiten kann.

Schließlich gibt es noch die gesetzlichen Bestimmungen, die viele Besitzer erst zu spät bemerken. Ein eingelassener oder teilweise eingelassener Naturpool unterliegt denselben Sicherheitsauflagen wie jeder andere nicht umzäunte private Pool: Absperrung, Alarmanlage, Abdeckung oder eine vorschriftsmäßige Überdachung sind vorgeschrieben. Manche glauben fälschlicherweise, ein natürlicheres Aussehen befreie sie von diesen Anforderungen. Das ist eindeutig nicht der Fall, und es ist ratsam, dies gleich beim ersten Treffen klarzustellen, anstatt jegliche Zweifel aufkommen zu lassen.
Eine Expertise, die sich erst langsam entwickelt
Der Markt ist zwar noch klein, wächst aber stetig und zieht – was noch wichtiger ist – bereits Unternehmen an, die sich darauf spezialisiert haben und ihn nicht nur als weitere Produktlinie in ihrem Portfolio anbieten. In der Gironde baut Aquanov diese Art von Pools seit 2013 und hat sich genau in dieser Nische einen Namen gemacht. Auf nationaler Ebene vereint das Netzwerk „Les Créateurs Aquatiques“ Landschaftsgärtner, die speziell für die Herausforderungen dieser ökologischen Wasserspiele ausgebildet sind. Dies beweist, dass sich um diese Art von Projekten ein etablierter Berufszweig entwickelt, der weit mehr als nur Improvisation ist.
Für Unternehmen, die bereit sind, Zeit in dieses noch seltene Fachwissen zu investieren, stellen Naturpools eine doppelte Investition dar. Zum einen können sie die stetig wachsende Nachfrage bedienen, zum anderen sich in einem Markt positionieren, in dem der im traditionellen Poolsegment so übliche direkte Wettbewerb noch nicht wirklich zum Tragen kommt.