Künstliche Intelligenz (KI) hält immer mehr Einzug in unseren Alltag, und auch die Schwimmbadbranche bildet hier keine Ausnahme. Im Jahr 2025 wird KI ein wesentlicher Innovationsmotor sein und Schwimmbäder in intelligentere, effizientere und vor allem sicherere Orte verwandeln. KI revolutioniert die Wasserwelt, indem sie die Bereiche Sicherheit, Wartung und Design verbessert und gleichzeitig die Bedeutung neuer europäischer Gesetze, insbesondere der EU-KI-Verordnung (AI Act), die seit August 2024 gilt, hervorhebt.
Sicherheit an Gewässern hat weiterhin höchste Priorität. Künstliche Intelligenz (KI) ermöglicht proaktive Lösungen, die über herkömmliche Perimeteralarme hinausgehen. Systeme wie intelligente Kameras mit Computer-Vision-Algorithmen, beispielsweise CamerEye oder Mylo, können ungewöhnliche Bewegungen oder potenzielle Ertrinkungsgefahren in Echtzeit erkennen. Durch die Analyse von Formen und Verhaltensweisen im Wasser alarmieren diese Geräte die Besitzer umgehend über eine mobile App und ergänzen so die menschliche Wachsamkeit. Branchenexperten zufolge verkürzt die Integration dieser Technologien die Reaktionszeit im Falle eines kritischen Vorfalls erheblich.
Das KI-Gesetz und die Sicherheit von Schwimmbädern
Die europäische KI-Gesetzgebung hat direkte Auswirkungen auf diese Geräte. Sie stuft KI-Überwachungssysteme für Schwimmbäder als „hohes Risiko“ ein, wenn sie als Sicherheitskomponenten zur Verhinderung von Ertrinkungsunfällen fungieren (*L'Annexe III du Règlement sur l'Intelligence Artificielle).
Hinsichtlich der Einhaltung der Vorschriften und der Aufsicht müssen Mitgliedstaaten wie Belgien bis zum 2. August 2025 ihre nationalen Behörden zur Überwachung dieser Systeme benennen. Hersteller unterliegen strengen Verpflichtungen hinsichtlich Risikobewertung und Transparenz der Algorithmen. In Frankreich stehen diese Regeln im Einklang mit der Verschärfung des Gesetzes von 2003, das nun jährliche Kontrollen für KI-Alarmanlagen und strengere Standards für automatische Abdeckungen und Zäune vorschreibt. Verstöße gegen diese Vorschriften können mit Geldstrafen von bis zu 45000 € geahndet werden. Diese seit Februar 2025 geltenden Maßnahmen zum Verbot von KI mit inakzeptablem Risiko sollen sicherstellen, dass Innovationen die Grundrechte achten und gleichzeitig ihre Einführung beschleunigen.
Poolpflege neu gedacht
Die traditionelle, oft mühsame Wartung weicht intelligenten und vorausschauenden Systemen. So wie beispielsweise die neue Generation autonomer Reinigungsroboter, die mit Ultraschallkartierung arbeiten, selbstständig navigieren, aus vorherigen Reinigungszyklen lernen und ihre Routen für eine vollständige Abdeckung ohne menschliches Eingreifen optimieren.
Dank vernetzter Sensoren, die die Wasserqualität in Echtzeit überwachen, ist das Chemikalienmanagement heute optimiert. Sie steuern intelligente Pumpen, um pH-Wert und Chlorgehalt automatisch und präzise anzupassen. Diese Feinsteuerung spart nicht nur Energie und Chemikalien, sondern ermöglicht auch die Vorhersage potenzieller Ungleichgewichte oder Störungen und reduziert so unerwartete Reparaturkosten. Bis 2025 werden diese Technologien Pools ökologischer und dank mobiler Apps zur Fernsteuerung einfacher zu verwalten machen.

Gemäß dem belgischen KI-Gesetz (GPAI General Purpose AI) ist für die in intelligenten Sensoren verwendeten GPAI-Modelle eine Konformitätsbewertung erforderlich. Zudem besteht die Pflicht, Systeme mit systemischem Risiko der Kommission zu melden. In Frankreich integriert die Aktualisierung der Wasserqualitätsverordnung vom Mai 2021 (Stand 2025) diese vernetzten Technologien. Sie schreibt den Einsatz von Wasserrückgewinnungssystemen und zertifizierten Wärmeschutzabdeckungen vor und bringt so Innovation mit den Zielen der ökologischen Nachhaltigkeit in Einklang.
KI in Design und Visualisierung
Für Bau- und Sanierungsprofis entwickelt sich KI zu einem leistungsstarken Werkzeug für Visualisierung und Planung. KI-gestützte Design-Tools wie PoolPlanner AI oder Vondy ermöglichen die Erstellung hochrealistischer und personalisierter 3D-Renderings anhand einfacher Textbeschreibungen. Beispielsweise liefert die KI bei der Anfrage nach einem „ovalen Pool mit Wasserfall und LED-Beleuchtung“ umgehend fotorealistische Bilder, die Kunden helfen, ihr Projekt vor Baubeginn zu visualisieren.
Dies beschleunigt nicht nur den Designprozess, sondern erleichtert auch die Integration nachhaltiger Elemente wie witterungsbeständiger Materialien für an die Herausforderungen des Klimawandels angepasste Pools. Das ab 2025 geltende KI-Gesetz fordert mehr Transparenz für Designwerkzeuge, die auf generativer KI basieren. Im April 2025 werden Verhaltenskodizes veröffentlicht, um Verzerrungen bei Entwürfen und der Datennutzung vorzubeugen. In Frankreich integrieren die neuen Standards für private Pools von 2025 die Nutzung dieser Werkzeuge zur Simulation von Umweltauswirkungen und fördern so Projekte mit geringem CO2-Fußabdruck.Siehe den Artikel „Poolrenovierung 2026: Umwandlung eines alten Pools in einen vernetzten, modernen Pool“)

Die Integration von KI in die Poolbranche markiert einen grundlegenden Wandel. Sie verspricht nicht nur sicherere und wartungsoptimierte Anlagen, sondern auch einen flexibleren und individuelleren Planungsprozess für Kunden. Für Fachleute der Branche – ob Hersteller, Installateure, Planungsbüros oder Händler – geht diese Innovationswelle mit einer zentralen Anforderung einher: der fundierten Kenntnis der neuen europäischen Vorschriften, insbesondere des KI-Gesetzes. Die bloße Einführung von KI genügt nicht mehr; es ist unerlässlich, diese Technologien gesetzeskonform, ethisch und sicher zu integrieren.
*Anhang III des Gesetzes über künstliche Intelligenz (KI-Gesetz), Punkt 6: Sicherheit von Konsumgütern und -dienstleistungen. Umfasst Überwachungssysteme zur Verhinderung schwerer Unfälle, einschließlich Ertrinken.