Heute: 13. Februar 2026
Foto: Hans Einspanier
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„Glück durch Wasser schaffen“ – Ein Interview mit Sebastian Rengers...

Seit 2009 prägt Sebastian Rengers, Marketingleiter bei Riviera Pool, das Image und die Kommunikation eines der führenden Hersteller von Premium-Schwimmbädern und Wellnessanlagen in Europa. Ein Interview mit Sebastian Rengers - p o o l b i z . Riviera Pool ist ein familiengeführtes Unternehmen mit einer langen Tradition in Handwerkskunst und Innovation, und Rengers, als Mitglied der Gründerfamilie, setzt dieses Erbe mit Energie, Neugier und einem tiefen Verantwortungsbewusstsein fort.

Was als Berufswechsel begann, hat sich zu einer lebenslangen Leidenschaft für Design, Technologie und das emotionale Erlebnis von Wasser entwickelt. Bevor er in das Familienunternehmen einstieg, arbeitete Rengers in Videostudios. „Das war eigentlich damals mein Wunschort“, erinnert er sich lachend. „Aber ich merkte bald, dass ich im Marketing besser war als beim Schnitt von Filmen.“ Sein kreativer Hintergrund prägt weiterhin seine Arbeitsweise.

„Was ich wirklich genieße, ist zu sehen, wie ein technisches Produkt zu einem ästhetischen Erlebnis werden kann. Ein Pool ist nicht nur eine Becken voller Wasser; er ist ein Stück Architektur, ein Teil des Lebens eines Menschen.“

Die Kunst und Emotionen von Mosaiken Auf die Frage nach seinen Lieblingsprodukten antwortet er ohne Zögern. „Mosaikprodukte, absolut. Ob es die gefliesten Whirlpools sind oder unsere M-Line- und D-Line-Serien, es ist etwas Magisches, standardisierte Komponenten zu etwas wirklich Einzigartigem zu verbinden.“ Für Rengers sind Mosaike mehr als nur Dekoration. „Sie sind seit der Antike Teil von Kunst und Architektur. Mosaike haben immer Schönheit und Handwerkskunst repräsentiert. Heute mit dieser Tradition zu arbeiten und sie neu zu interpretieren, ist unglaublich lohnend.“ Er vergleicht das Handwerk mit dem eines Automobilbauers, der seinen Motor bei AMG oder Alpina signiert.

„Es geht darum, die menschliche Fähigkeit und Präzision zu schätzen, die in jedes Detail einfließen.“ Ein Projekt liegt ihm besonders am Herzen, eine Poolinstallation in der Nähe von München. „Der Kunde sagte mir danach: ‚Du hast meinen Traum erfüllt. Meine Kinder und Enkel schwimmen hier jedes Wochenende, es fühlt sich an, als wären wir im Urlaub zu Hause.‘ Das zu hören, war zutiefst bewegend“, sagt er.

„Das war der Moment, in dem mir klar wurde, dass das, was wir tun, nicht nur Bau ist. Wir schaffen Räume für Freude, für Familie, für das Leben. Das ist eine schöne Sache.“

Das Familienerbe weitertragen Rengers beschreibt die Philosophie von Riviera Pool als eine, die sowohl von Innovation als auch von Tradition geprägt ist, stark beeinflusst von seinem verstorbenen Verwandten Guido Rengers, der die Identität des Unternehmens mitgeprägt hat. „Guido glaubte immer, dass alles, was wir tun, sich um eine Idee drehen sollte: Dinge zu bauen, die Menschen glücklich machen. Es spielt keine Rolle, ob es sich um einen Swimmingpool, einen Whirlpool oder sogar einen Minipool handelt. Solange Wasser darin ist, wollen wir, dass es Freude bringt.“ Mit Blick nach vorn sieht Sebastian mehr Fokus auf Individualisierung und Flexibilität.

Foto: Hans Einspanier / fotogen-Lingen

„Wir werden weiterhin Mosaikpools, anpassbare Serien und hochwertige Produkte für den europäischen Markt entwickeln, während wir auch international mit containerbasierten Exportmodellen expandieren. Riviera Pool war schon immer international im Herzen, seit den 1970er Jahren, als wir Projekte in Dubai hatten. Wir wollen an diesem Geist anknüpfen.“ Für ihn geht Innovation Hand in Hand mit Verantwortung. „Diese Branche erfordert Wissen. Lernen, lernen, lernen, das ist mein Rat an jeden, der einsteigt. Man verkauft nicht nur ein Produkt; man baut den Traum eines anderen. Das bringt Verantwortung mit sich.“ Was ihn am meisten frustriert, sind unqualifizierte Auftragnehmer.

„Es bricht mir das Herz, schlecht gebaute Pools zu sehen, die Kunden Geld und Enttäuschung kosten. Wenn wir alle auf Qualität und Wissen setzen, gewinnt jeder: die Kunden, die Branche und das Produkt selbst.“ Er ist optimistisch, was die Veränderung der Einstellung zu privaten Pools betrifft. „Früher galten Schwimmbäder als Luxus zum Schwimmen von Bahnen. Jetzt sehen sie die Menschen als eine Lifestyle-Entscheidung, eine Investition in Wohlbefinden und Zusammengehörigkeit. Dieser Wandel hin zu einer Wertschätzung der Lebensqualität ist etwas, das ich sehr positiv finde.“ Auf technologischer Seite sieht er großes Potenzial in Digitalisierung und künstlicher Intelligenz.

„Die digitale Transformation wird noch unterschätzt. Es geht nicht nur um Automatisierung; es geht darum, Menschen zu ermöglichen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. KI kann helfen, Fachkräftemangel zu beheben, indem sie repetitive Aufgaben übernimmt, während Menschen sich auf Kreativität und Fachwissen konzentrieren. Der Schlüssel ist, offen zu bleiben und nicht den Anschluss zu verlieren.“

Genau wie Autos heute anders aussehen als 1970, sollten Pools es auch.

Sebastian Rengers, Marketingleiter Auf die Frage, welche Art von Vermächtnis er hinterlassen möchte, antwortet Rengers nachdenklich. „Wenn in Zukunft die Enkel unserer Kunden sagen: ‚Mein Großvater hat diesen Pool gekauft, und wir genießen ihn noch heute‘, würde mir das alles bedeuten. Ich möchte glauben, dass das, was wir heute bauen, noch Generationen Freude bringen wird.“

Er macht eine Pause und fügt hinzu: „Und ich hoffe, wir treiben die Branche weiter voran, überdenken Konzepte, machen Pools schöner, intelligenter und individueller. Genau wie Autos heute anders aussehen als 1970, sollten Pools es auch.“ Im Kern bleibt Sebastian Rengers’ Vision einfach, aber kraftvoll: Schönheit durch Wasser zu schaffen. „Alles, was wir bauen, sollte die Menschen glücklich machen.“

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