13. Markus Weber, 54, Geschäftsführer der Behncke GmbH in Hohenbrunn bei München, ist seit mehr als drei Jahrzehnten in der Poolbranche tätig. 14. Seine Reise begann fast zufällig. „Der Vater meiner Freundin hatte eine Firma, die Pools wartete und baute. Ich verdiente mir etwas extra Geld, indem ich bei Installationen half und den Sand in den Filtern wechselte“, erinnert er sich. Kaum wusste er damals, dass diese frühe Erfahrung eine lebenslange Leidenschaft für Pools und Wassertechnik entfachen würde.
Seit seinem Eintritt bei Behncke im Jahr 2006 steht Weber an der Spitze eines Unternehmens, das Fertigung, Vertrieb und Handel mit essenziellen Produkten für das eigene Sortiment verbindet. „Wir sind sowohl Hersteller als auch Händler, und wir handeln auch mit Waren, die wir für unsere eigenen Produkte benötigen“, erklärt er. „Das macht uns in der Branche einzigartig und ermöglicht es uns, in verschiedenen Märkten mit einem breiten Produktangebot tätig zu sein.“ Es ist diese Vielseitigkeit, die Behncke einen Wettbewerbsvorteil verschafft, indem sie innovative Lösungen anbietet und gleichzeitig Zuverlässigkeit und Qualität betont.
Innovation, Design und Trends
Auf die Frage nach aktuellen Trends glaubt Weber, dass ein Bereich oft unterschätzt wird: Design und Individualität bei hochwertigen Schwimmbädern. „Andersfarbige eingebaute Komponenten sind ein Beispiel“, sagt er. „Andere Branchen, wie Sanitär oder Küchenarmaturen, sind in dieser Hinsicht bereits viel weiter.“ Über die Ästhetik hinaus sieht er technologische Entwicklungen als Hoffnungsträger für die Branche. Intelligente Steuerungssysteme machen Pools beispielsweise ressourceneffizienter und leichter zu bedienen.
Doch Weber ist sich auch der Herausforderungen bewusst. „Ich mache mir Sorgen um die zukünftige Struktur des Fachhandels und ihre Wirtschaftlichkeit“, gibt er zu. Aggressives Preisdumping hat Margen gedrückt und das Überleben vieler kleiner Akteure in der Branche bedroht. Trotzdem bleibt er optimistisch, dass Innovationen und kundenorientierte Lösungen Unternehmen trotz dieser Drucksituationen gedeihen lassen können.
Führung und mutige Entscheidungen
Im Laufe seiner Karriere ist Weber für mutige, aber durchdachte Entscheidungen bekannt geworden. Einer seiner mutigsten Schritte in den letzten Jahren war der Bau des neuen Firmengebäudes von Behncke. „Es war ein großer Schritt, aber notwendig für das Wachstum und die Zukunft des Unternehmens“, reflektiert er. Gleichzeitig betont er die Bedeutung von Umsicht in der Führung. „Ich möchte in dem Wissen in den Ruhestand gehen, dass ich nicht durch schlechte Entscheidungen das, was ich über viele Jahre aufgebaut habe, aufs Spiel gesetzt habe“, sagt er, und hebt das ausgewogene Verhältnis zwischen Ehrgeiz und Verantwortung hervor.

Die persönlichen Stärken von Weber liegen im Aufbau von Netzwerken und der Schaffung von Vertriebsstrukturen. „Das sind definitiv meine Stärken“, gibt er zu. „Gleichzeitig fordere ich mich mit anspruchsvollen Projekten heraus, die Ausdauer und kreative Lösungen erfordern.“ Sein Ansatz verbindet Vision mit Pragmatismus, sodass Behncke sich weiterentwickelt, ohne seine Wurzeln als Familienunternehmen aus den Augen zu verlieren.
Ich möchte in dem Wissen in den Ruhestand gehen, dass ich nicht durch schlechte Entscheidungen das, was ich über viele Jahre aufgebaut habe, aufs Spiel gesetzt habe.
Nachhaltigkeit und Technologie
Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt von Webers Strategie. „Energieeffiziente Lösungen werden immer wichtiger“, sagt er. Behncke entwickelt kontinuierlich neue Anwendungen, um die Ressourceneffizienz zu verbessern, und stellt sicher, dass das Unternehmen nicht nur aktuelle Umweltstandards erfüllt, sondern auch zukünftige Anforderungen antizipiert.
Benutzerfreundliche Technologie ist ebenso entscheidend. „Steuerungssysteme müssen intuitiv sein, den Kunden klare Vorteile bieten und gleichzeitig einfach zu bedienen sein“, erklärt er. KI wird zunehmend in die Prozesse von Behncke integriert, von der Betriebsplanung bis zur Produktinnovation. „Es ist zu einem praktischen Werkzeug in verschiedenen Bereichen des Unternehmens geworden und wird in Zukunft sicherlich noch eine größere Rolle spielen“, prognostiziert Weber.
Mentoring, Lernen und Vermächtnis
Trotz jahrzehntelanger Erfahrung bleibt Weber ein lebenslanger Lernender. „Ich lerne ständig Neues, vor allem von jüngeren Kollegen—KI und digitale Anwendungen stehen ganz oben auf der Liste“, sagt er. Er legt auch großen Wert darauf, die nächste Generation von Unternehmern zu fördern. „Ich hoffe, dass sie sich so weiterentwickeln wie wir, aus ihren Fehlern lernen und zu viele unserer Fehler vermeiden“, bemerkt er.



Für Weber ist der ultimative Maßstab für Erfolg, ein Unternehmen und eine Branche in besserem Zustand zu hinterlassen, als er sie vorgefunden hat. „Ich möchte in Erinnerung bleiben als jemand, der zu Innovationen und modernen Vertriebskonzepten beigetragen hat“, sagt er. Im Zentrum seiner Führung steht der Wunsch, solide Technologie mit starken Partnerschaften zu verbinden. „Alle unsere Partner—ob Lieferanten oder Kunden—sind uns gleichermaßen wichtig. Partnerschaften zu pflegen und gemeinsam in einem Geist gegenseitigen Respekts zu arbeiten, prägt unsere Unternehmenskultur“, fügt er hinzu.
Die Zukunft der Poolbranche
Mit Blick nach vorn sieht Weber einen Sektor im ständigen Wandel. Die Kunden erwarten heute mehr Unterstützung, kontinuierliche Schulungen und personalisierte Lösungen als noch vor fünf Jahren. In der Zwischenzeit bringen demografische Veränderungen neue Herausforderungen, da erfahrene Mitarbeiter in den Ruhestand gehen. Trotzdem bleibt Weber zuversichtlich. Bis jetzt hat uns das nicht merklich Schwierigkeiten bereitet, sagt er. Er glaubt auch, dass die Attraktivität der Branche für junge Fachkräfte gestiegen ist, sodass die generationenübergreifende Zusammenarbeit heute einfacher ist als in der Vergangenheit.
Die Karriere von Markus Weber zeigt, dass die Poolbranche weit mehr ist als nur Technologie oder Bauwesen – es geht um Menschen, Beziehungen und Visionen. Durch sorgfältige Führung, Engagement für Innovationen und Respekt vor der nächsten Generation gestaltet er ein Vermächtnis, das Tradition mit zukunftsweisendem Fortschritt verbindet.
